Leben

Leben

Manchmal abends da sitze ich hier,
lautlos und still
und frage mich wem ich das alles erzählen will.

Manchmal da stehe ich hier
und vor mir ragt stolz die größte Wand
und manchmal da sitze ich hier und verlier den Verstand.

Manchmal da sehe ich
vor mir und bis in die Ferne nur Leere,
da frage ich mich, ob die Wand mir jetzt lieber wäre.


Es gibt Tage
da spüre ich die Einsamkeit
aber selten wäre ich dann doch lieber zu zweit.

Und es gibt auch diese Tage,
da sitze ich hier ganz allein
und wünsche mir doch niemals gewesen zu sein.

Da fehlen die Worte.
Dort verlassen mich Bilder,
die alle krank geworden sind.

Da sitze ich hier
den Kopf in den Nacken
werfen meine Glieder schaurige Schatten.

Passiv und tonlos,
denn die Worte sind fort,
stille Tränen begleiten sie an einen anderen Ort.

Wortlos schaue ich das Telefon an
und frage mich, mit wem ich jetzt noch reden kann.
Mit wem ich jetzt überhaupt reden will,
ich frage den Kopf,
aber der Verstand schweigt still.

Da ist niemand.

Niemand, dem ich sagen kann,
wo ich nicht weiß,
wie fange ich an?
Wie rede ich weiter, wie höre ich auf?
Es fehlt mir die Sprache,
nimmt sie der Fluss in sich auf.

Sowie der Fluss, fließt auch mein Leben mit den andern dahin,
habe ich doch gerade wieder gemerkt,
wie weit weg sie schon sind.
Am Ufer inmitten vom Nichts gesessen,
hat mich mein Leben hier einfach vergessen.

Wie Peter Pan seinen Schatten, jagte ich grad noch das Leben
und wozu?
Um doch gezwungen zu sein wieder alles aufzugeben.

Keiner sagt "warte", keiner sagt "komm",
der eine hat Luzifer, der andre steht fromm.

Da bricht deine Welt
und der Abgrund ist tief,
bis dich das Leben
zum nächsten Termin weiter rief.

Dort gibt es Leute, die sagten bei Zeiten,
man braucht manchmal Zeit sich auf das Leben vorzubereiten.
Aber Zeit ist Luxus und Luxus ist rar,
und demnach nur für die Reichen und Zeitlosen da.

Mittendrin trifft dich von hinten ein Dolch spitz durchs Herz
und alles was dir einfällt ist das Wort dafür: "Schmerz".
Für Schmerz gibts Tabletten-
die dienen dazu dir das Leben zu retten.

Und wer rettet mich?

Dabei ist das Leben doch eigen und eitel und denkt nur an sich,
weil Leben ohne Körper funktioniert einfach nicht.

7.12.07 23:37

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